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Selbstbedienung für Hamburg Mannheimer-Akquisiteure

Montag, Mai 23rd, 2011

Die heute zum ERGO-Konzern gehörende Hamburg-Mannheimer -Versicherung ist mit 100 Angestellten nach Budapest gefahren und hat ihnen u. a. bei einem Besuch im Gellert-Bad Prostituierte zur Verfügung gestellt. Was denken Sie jetzt, wenn der nette Herr Kaiser zu Ihnen kommt? War der etwa auch dabei? Und was denken diejenigen, die eine Versicherung bei der Hamburg-Mannheimer abgeschlossen haben? Finanzieren Sie gerne eine Versicherung mit, deren Verkäufer sich bei Vertragsabschluss schon auf eine Riesensause freuen?

Incentives für Akquisiteure sind üblich. Kunden zu Abschlüssen zu bewegen, ist eine anstrengende Arbeit. Und machen wir uns nichts vor: In Zeiten, in denen alle Menschen sparen, kann das zu einem regelrechten Knochenjob werden. Dass ein Unternehmen dann versucht, die Mitarbeiter zu motivieren, ist an sich notwendig und verantwortungsvoll. Motivationen und Belohnungen dürfen variantenreich und kreativ erdacht sein. Sie dürfen auch Spaß machen. Schließlich sollen sie für frischen Wind und für neue Energie sorgen. Für was sich ein Unternehmen letztendlich entscheidet, sagt viel aus über die Unternehmensphilosophie.

Im Falle der Gellert-Bad-Sause sieht die Philosophie so aus: Die Prostituierten stehen den Akquisiteuren zur Verfügung. Akquisiteure können sich nach Lust und Laune bedienen. Sie brauchen nur an sich und ihre Wünsche zu denken. Sie selbst müssen gar nichts bezahlen. Wird man so besser im Job? Oder macht man eigentlich bei Kunden genau das gleiche? Welches Denkmuster wird hier angeschoben? Man überlegt nicht, was Kunden brauchen, sondern man checkt ab, wie man zu dem kommt, was man selbst will. Die anderen sind für mich da, nicht mein Angebot für Ihren Bedarf. Die Akquisiteure des Konzerns baden in der vollen Selbstbedien-Mentalität.

Was gab es eigentlich für die erfolgreichen Akquisiteurinnen der Hamburg-Mannheimer? Welches Denkmuster hat der Konzern denn da angeschoben? Ja, ist ja gut. Ich  höre, wie Sie sagen: Denkmuster – für Frauen? Passt doch gar nicht in die Geschlechtsrollenstereotypie dieses Unternehmens…