Akquise-Blockade? Verantwortung klären!

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In meinen Beratungsstunden klagen viele Menschen immer wieder über ihre “Aufschieberitis”. Es steht ein Gespräch mit einem wichtigen Kunden an, es soll eine Entscheidung geben, man weiß seit Wochenbeginn, dass es diese Woche stattfinden muss und jetzt ist schon wieder Freitag… So ging es auch Frau G. Sie sollte für eine Projektpublikation einen Verlag finden. Für das thematische Spezialgebiet standen drei zur Auswahl. Zwei Telefonate hatte sie bereits geführt, beide Verlage hatten ihr eine Absage erteilt. Den Anruf beim dritten schob sie nun schon zwei Wochen vor sich her. Bevor bei Ihr Magenschmerzen ausbrachen, kam sie in die Beratung.

Menschen, die ihre Aufschieberitis zugeben, sind mutig – und bei weitem nicht allein. Beinahe jeder kennt diese Situationen, in denen man etwas tun muss und sich davor drückt, obwohl man weiß, dass viel davon abhängt. Oder: gerade weil man weiß, dass viel davon abhängt. Vielleicht ist es ja der Erfolgsdruck, der uns lähmt? Noch genauer gesagt: die Angst vor Misserfolg?

Das zeigt, wieviel Verantwortung wir uns manchmal unkontrolliert aufbürden. Viel zu viel, um mit unbeschwerter Freude an die Arbeit zu gehen. Dabei wissen wir doch gleichzeitig, dass wir uns ohne unsere Befangenheit erfolgreicher fühlen. Aber wir tun so, als seien wir für den Ausgang der Sache ganz allein verantwortlich. Wir haben völlig vergessen, dass wir es mit einer Situation zu tun haben, in der auch andere agieren. Auch sie entscheiden mit. Wir haben gar nicht alles selbst im Griff.

Also alles zurück auf Start:

Wenn das Lampenfieber steigt, müssen wir klären, wofür genau wir selbst verantwortlich sind. Im Fall von Frau G. hieß es zunächst “einen Verlag suchen”. Bei der geringen Anzahl waren die Chancen gering. Von Projektseite her waren die Inhalte der Veröffentlichung nicht veränderbar. Man konnte also selbst nicht sehr flexibel sein. Die Grenzen waren überall so eng, dass Frau G. eingetlich nur vor die Wand rennen konnte.

Wofür war sie also wirklich selbst verantwortlich? Verlagspolitik kann sie nicht ändern. Projektinhalte kann sie nicht ändern. Sie kann ausschließlich Informationen einholen, damit die Projektgruppe weiterarbeiten oder umdisponieren kann. Sie kann den dritten Verlag fragen, ob er zur Veröffentlichung bereit ist. Bei einer negativen Antwort kann sie nach den Gründen fragen und die Kollegen informieren. Mehr steht nicht in ihrer Entscheidungsgewalt. Mit dieser “klein gekochten” Verantwortung fiel es ihr nicht mehr schwer, das Telefonat zu führen. Richtig begriffen, welcher Ballast von ihr abfiel, hatte sie es, als sie am Feierabend das Erledigt-Häkchen auf der Task-List  machte.

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